"Wie wäre es noch mit einem Espresso?"

Das perfekte Abendessen: Eine kleine Vorspeise, danach der üppige Hauptgang, idealerweise mit ergänzender Weinbegleitung und zum Abschluss das süße Dessert. Für den Magen ganz schön viel auf einmal. Beim Abräumen des Nachtischs kommt dann nicht selten die klassische Frage des Kellners: "Darf es zum Abschluss noch ein Espresso sein?". 

Nicht wenige Menschen würden gerne mit "Ja!" antworten, weil sie von den Vorteilen eines Espresso nach dem Essen gehört haben.

Der kleinsten aller Kaffeevariationen, die übrigens nicht wie oft angenommen mehr Koffein enthält als eine normale Tasse Filterkaffee, wird eine verdauungsfördernde Wirkung nachgesagt. Stimmt das wirklich? Und welche Rolle spielt hier eigentlich das Koffein? Viele Menschen verzichten leider auf die kleine Tasse Espresso, weil sie fürchten, dass sie danach nicht mehr zur Ruhe kommen. Mit dieser und weiteren Mythen um das Thema "Espresso danach" möchten wir in diesem Blog-Artikel gerne aufräumen.

Wie wirkt der Kaffee nach dem Essen eigentlich im Körper? Geht das alles auch mit entkoffeiniertem Espresso? Wir verraten es Euch!

Alles eine Frage der Perspektive!

Das Wichtigste vorab: Ja, Kaffee mit Koffein hat eine anregende Wirkung auf uns und auf alles, was mit dem verzehrten Essen innerhalb unseres Körpers passiert. ABER: Auch entkoffeinierter Kaffee kann eine attraktive Alternative sein.

Uns ist es aber wichtig, diese Prozesse einzeln aufzuschlüsseln und ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen. Denn je nachdem, was man bei Google in die Suchleiste eingibt: Man bekommt immer das Ergebnis, das am besten zur ursprünglichen Suche passt. Möchte man lesen, dass das Koffein im Kaffee für die Förderung der Verdauung verantwortlich ist, gibt es eine Homepage, die einem genau das erzählt. Will man eigentlich das Gegenteil lesen, wird man auch hier fündig.

Aber fangen wir von vorne an:

Verdauung und Koffein - die Basics

Beim Verdauen fährt unser Körper herunter und konzentriert sich auf den eigentlichen Prozess der Verdauung. Die einzelnen Nährstoffe werden durch die verschiedenen Rezeptoren aufgenommen und an die richtigen Empfänger verteilt.

Eine der wichtigsten Funktionen des Koffeins im "Espresso danach" ist eigentlich nur, dass man sich währenddessen weniger schlaff und müde fühlt. Hier spricht man vom klassischen Überwinden des Mittagstiefs oder, in unserem Fall, die Müdigkeit nach dem Abendessen.

Doch damit nicht genug: Das Koffein fördert auch die Darmaktivität. Das bedeutet, dass eine Entleerung des Darms in der Regel schneller möglich ist, als ohne Koffein.

Was Koffein nach aktuellem Stand der Wissenschaft allerdings nicht anregt, ist eine schnellere Produktion der Magensäure innerhalb unseres Stoffwechsels. Denn erst nach rund 30 Minuten wird das Koffein durch Rezeptoren an Magen und Dünndarm aufgenommen und im gesamten Körper verteilt - der Speisebrei ist hier schon längst im Magen angekommen.

Man kann an dieser Stelle bereits festhalten, dass Kaffee mit Koffein die Darmaktivität anregt, wodurch man gegebenenfalls schneller auf die Toilette muss, nicht aber den tatsächlichen Verdauungsprozess.

Alle anderen Auswirkungen von Koffein auf unseren Körper und wie viel Kaffee am Tag vollkommen unbedenklich ist, haben wir Euch in diesem Blog-Artikel  aufgeschrieben.
Zwei Männer genießen ein Abendessen

 

Was ist mit anderen Inhaltsstoffen?

Bitterstoffe

Im Kaffee sind neben Koffein auch, das werdet ihr spätestens beim Geschmack von klassisch italienischem Espresso merken, sehr viele Bitterstoffe enthalten. Diese spielen eine entscheidende Rolle in unserem Stoffwechsel.

In einer Studie aus dem Jahr 2017 fand ein internationales Forscherteam heraus, dass neben den bereits bekannten Geschmacksrezeptoren im Mund, solche Rezeptoren auch im menschlichen Magen vorhanden sind. Der Grund dafür ist schnell gefunden: Die Evolution! 

Die verschiedenen Geschmacksrezeptoren fungieren als eine doppelte "Sicherheitsschranke" gegen Gift und andere gefährliche Stoffe. Wenn im Mund nicht schnell genug auf Schadstoffe reagiert wurde, so können die Rezeptoren im Magen Prozesse einleiten, die alle ungewollten Inhalte schnell ans Tageslicht befördern können.

Wie wirkt sich das auf den „Espresso danach“ aus? Die Wissenschaftler der Universität Wien und des deutschen Instituts für Ernährungsforschung haben festgestellt, dass auch die Bitterstoffe im Kaffee eine entscheidende Rolle bei der Regulierung unserer Magensäureproduktion spielen. Die Rezeptoren im Mund fördern zwar nicht die Bildung von Magensäure - das war bekannt - ihre Gegenstücke in unserem Magen aber schon!

Das heißt, dass neben dem Koffein noch andere Inhaltsstoffe von unserem Lieblingsgetränk einen Effekt auf unseren Körper haben! 

Wer die gesamte Studie online nachlesen möchte, wird übrigens HIER fündig.

Gastrin, Milch und Zucker.

Trinkt man nach dem Essen einen Espresso, kommt zusätzlich noch das  verduungsfördernde Hormon Gastrin mit ins Spiel. Gastrin wird freigesetzt, sobald Essen in den Magen gelangt, um die Muskelkontraktion der Magenwand anzuregen. Nach dem Verzehr von Kaffee ist der Grad der Ausschüttung besonders hoch und fördernd.

Darüber hinaus können einzelne Bestandteile von Kaffeespezialitäten, wie Milchsäure oder künstliche Süßungsmittel, für eine Steigerung der Darmaktivität verantwortlich sein. Was natürlich nicht heißt, dass ihr darauf verzichten müsst. Wir wollten es an dieser Stelle nur kurz erwähnt haben.

Und was bedeutet das jetzt?

So viele Informationen! Wir fassen zusammen:

Eine Studie aus dem Jahr 1998 besagt, dass ein Espresso mit Koffein eine 23 Prozent höhere Wirkung auf den menschlichen Stoffwechsel hat, als entkoffeinierter Kaffee. 

Neben dem klassischen Wachmacher sind aber noch viele weitere Inhaltsstoffe dafür verantwortlich, wie der Körper nach der Nahrungsaufnahme in Kombination mit Kaffee reagiert. Das bedeutet, dass sich auch ein entkoffeinierter Espresso als Abschluss eines wunderbaren Menüs anbietet.

Am Ende hat es auch viel mit subjektivem Empfinden zu tun: Wer nach dem Essen einen koffeinhaltigen Espresso trinken möchte, der kann das natürlich tun. Es liegt unter anderem auch in den Genen, ob man Koffein schneller oder langsamer abbaut und wann man nach dem Konsum zur Ruhe kommt.

Wer auf Nummer sicher gehen und trotzdem seinen Stoffwechsel anregen möchte, der kann nach dem Essen auch OHNE schlechtes Gewissen zu einem entkoffeinierten Kaffee greifen.

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